Technik & Innovation

Wärmepumpe mit Solar kombinieren: Installations-Leitfaden für PV-Betriebe 2026

Jonas Putz | | 14 Min. Lesezeit
#wärmepumpe solar kosten #wärmepumpe solar förderung #photovoltaik wärmepumpe dimensionierung #pv anlage mit wärmepumpe

Dein Kunde fragt nach einer PV-Anlage. Du rechnest ihm 12.000 € vor. Dann erwähnt er beiläufig: “Und eine Wärmepumpe kommt auch noch rein.” Plötzlich steht ein Auftrag von 35.000 € im Raum – wenn du die Kombination richtig dimensionierst. Viele PV-Betriebe verschenken genau diese Chance, weil sie nur die PV-Seite verkaufen und den Rest dem Heizungsbauer überlassen.

Dabei ist die Kombination von Wärmepumpe solar heute der Standard, nicht die Ausnahme. Kunden wollen Komplett-Lösungen, keine Einzelkomponenten. Wer 2026 nur Dächer belegt ohne die Heizung mitzudenken, lässt Aufträge auf dem Tisch liegen. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du Wärmepumpe und PV-Anlage richtig dimensionierst, welche Förderungen sich kombinieren lassen und wie du die Kombi-Lösung verkaufst.

Warum Wärmepumpe + Solar die gefragteste Kombination 2026 ist

Marktzahlen: Steigende Nachfrage nach Komplett-Lösungen

Der Wärmepumpenmarkt ist 2025 um 31% gewachsen. Über 68% aller neu installierten Wärmepumpen werden mit einer PV-Anlage kombiniert. Das ist kein Zufall: Hausbesitzer rechnen vor der Entscheidung. Eine Wärmepumpe ohne eigene Stromproduktion kostet bei 25% Netzstromnutzung etwa 900 € mehr pro Jahr als mit PV-Eigenverbrauch.

Die Anfragen in deinem Betrieb spiegeln das wider: Kunden kommen nicht mehr nur wegen der Anlage aufs Dach. Sie suchen nach der günstigsten Art zu heizen. Wer diese Nachfrage nur an den Heizungsbauer weiterreicht, verliert den Kontakt zum Kunden – und damit die Kontrolle über den Auftrag.

Vorteile für Hausbesitzer (Unabhängigkeit, Kostenersparnis)

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe braucht etwa 4.500 kWh Strom pro Jahr fürs Heizen. Bei 35 Cent Netzstrompreis sind das 1.575 € jährlich. Mit einer richtig dimensionierten PV-Anlage deckst du 65-75% davon ab – das senkt die Heizkosten auf 400-550 € pro Jahr.

Die Unabhängigkeit ist der zweite Faktor. Gaspreise schwanken, Strompreise steigen. Eine PV-Anlage mit Wärmepumpe produziert kalkulierbare Energie für die nächsten 25 Jahre. Für viele Hausbesitzer ist das mehr wert als die reine Ersparnis.

Chancen für PV-Betriebe: Auftragswert und Kundenbindung

Der durchschnittliche Auftragswert steigt von 15.000 € (reine PV-Anlage) auf 32.000 € (PV + Wärmepumpe + Speicher). Selbst wenn du die Wärmepumpe selbst nicht installierst, koordinierst du das Projekt und bleibst Hauptansprechpartner. Das bedeutet: höhere Margen, weniger Wettbewerb, längere Kundenbeziehungen.

Außerdem verkaufst du keine Einzellösung mehr, sondern ein System. Kunden vergleichen nicht mehr nur Modulpreise, sondern Gesamtkonzepte. Das verschiebt die Diskussion weg vom Preis hin zum Nutzen – und genau da gewinnst du Aufträge.

Technische Grundlagen: So funktioniert die Kombination

Energiefluss zwischen PV-Anlage und Wärmepumpe

Tagsüber produziert deine PV-Anlage Strom. Die Wärmepumpe zieht diesen Strom direkt aus dem Wechselrichter, ohne den Umweg über das Netz. Was übrig bleibt, geht in den Speicher oder wird eingespeist. So weit, so simpel.

Die Herausforderung liegt im Timing: Wärmepumpen heizen hauptsächlich morgens (6-8 Uhr) und abends (17-22 Uhr). Die PV-Anlage produziert am meisten mittags. Ohne Speicher liegt dein Eigenverbrauch bei mageren 35-40%. Mit Speicher kommst du auf 65-75%. Mit intelligentem Energiemanagement auf bis zu 80%.

Unterschied: AC- vs. DC-gekoppelte Systeme

Bei AC-Kopplung wandelt der Wechselrichter den PV-Strom in Wechselstrom um. Der Batteriespeicher hat einen eigenen Wechselrichter. Vorteil: Du kannst Speicher nachrüsten, bestehende Anlagen erweitern. Nachteil: Jede Umwandlung kostet 3-5% Wirkungsgrad.

DC-Kopplung verbindet PV-Anlage und Speicher auf Gleichstromseite, bevor der Hybridwechselrichter alles umwandelt. Ein Umwandlungsschritt weniger bedeutet 5-8% mehr nutzbaren Strom. Für Neuanlagen mit Wärmepumpe ist DC-Kopplung meist die bessere Wahl.

Rolle des Batteriespeichers in der Kombination

Ein Speicher verschiebt den PV-Strom von mittags in die Abendstunden. Für die Wärmepumpe heißt das: Statt um 19 Uhr Netzstrom zu ziehen, nutzt sie gespeicherten PV-Strom vom Mittag. Die Eigenverbrauchsquote steigt, die Heizkosten sinken.

Die richtige Speichergröße hängt vom Heizverhalten ab. Ein 10-kWh-Speicher reicht für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe. Größer wird’s unwirtschaftlich: Die Mehrkosten amortisieren sich nicht über die zusätzliche Eigenverbrauchssteigerung.

Dimensionierung: Die richtige Anlagengröße berechnen

Jahresstrombedarf der Wärmepumpe ermitteln

Die Faustformel lautet: Heizlast in kW × 2.000 Volllaststunden ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Ein Haus mit 8 kW Heizlast und einer Wärmepumpe mit JAZ 4,0 braucht etwa 4.000 kWh pro Jahr. Die JAZ bekommst du aus den Herstellerunterlagen oder du fragst beim Heizungsbauer nach.

Wichtig: Rechne realistisch. Viele Hersteller geben optimistische JAZ-Werte an, die in der Praxis nicht erreicht werden. Ein Sicherheitszuschlag von 10-15% verhindert, dass du die PV-Anlage zu klein dimensionierst.

PV-Anlagengröße für optimale Eigenverbrauchsquote

Für eine Wärmepumpe mit 4.000 kWh Jahresbedarf plus 3.500 kWh Haushaltsstrom brauchst du eine Anlage mit mindestens 10 kWp. Das klingt groß, ist aber nötig: Im Winter produziert die Anlage nur 20-30% der Sommererträge, während die Wärmepumpe Vollgas läuft.

Die Faustregel: 1,3-facher Jahresbedarf als PV-Anlagengröße. Bei 7.500 kWh Bedarf also 10 kWp Anlage. Das bringt genug Winterertrag und verhindert Überdimensionierung im Sommer.

Speichergröße: Wann lohnt sich welche Kapazität?

Pro kWp Anlagenleistung rechnest du 0,8-1,0 kWh Speicherkapazität. Bei 10 kWp also 8-10 kWh Speicher. Kleiner wird’s ineffizient (du verschenkst Eigenstrom), größer wird’s unwirtschaftlich (die Mehrkosten zahlen sich nicht aus).

Die Ausnahme: Haushalte mit sehr unregelmäßigem Verbrauch oder langen Abwesenheiten profitieren von größeren Speichern. Aber das sind Einzelfälle. Die 1:1-Regel (kWp zu kWh) trifft bei 90% aller Projekte zu.

Praxis-Beispiel: Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche

Konkrete Zahlen für ein typisches Projekt:

  • Haushaltsstrom: 3.500 kWh/Jahr
  • Wärmepumpe (JAZ 3,8): 4.200 kWh/Jahr
  • Gesamtbedarf: 7.700 kWh/Jahr
  • PV-Anlage: 11 kWp (ca. 55 m² Dachfläche)
  • Speicher: 10 kWh nutzbare Kapazität
  • Eigenverbrauchsquote: 72%
  • Netzstrom: 2.156 kWh/Jahr (Kosten: 755 €)
  • Einsparung: 1.941 € pro Jahr gegenüber reinem Netzstrom

Diese Dimensionierung trifft auf die meisten Einfamilienhäuser zu. Bei schlechter Dämmung oder großer Wohnfläche rechnest du 20% drauf, bei Passivhäusern 20% runter.

Wärmepumpe Solar Kosten: Investition und Wirtschaftlichkeit

Kostenaufstellung Komplett-System 2026

Die Gesamtinvestition für ein Komplett-System liegt bei 30.000-38.000 €:

  • PV-Anlage (11 kWp): 14.500-16.500 €
  • Speicher (10 kWh): 6.500-8.000 €
  • Wärmepumpe inkl. Installation: 15.000-18.000 €
  • Energiemanagement-System: 800-1.200 €

Nach Abzug der Förderung (dazu gleich mehr) bleiben 18.000-24.000 € Eigenanteil. Das klingt viel. Aber: Die Anlage ersetzt nicht nur Stromkosten, sondern auch die komplette Heizung. Ein neuer Gaskessel kostet 8.000-12.000 €, ohne dass er Strom produziert.

Amortisationszeit realistisch berechnen

Bei 2.200 € jährlicher Ersparnis (Heizkosten + Stromkosten) und 20.000 € Eigenanteil liegt die Amortisation bei 9-10 Jahren. Danach läuft die Anlage 15-20 Jahre praktisch kostenlos weiter. Über 25 Jahre Laufzeit spart ein durchschnittlicher Haushalt 48.000-55.000 € gegenüber Gas + Netzstrom.

Das Problem: Viele Kunden rechnen nur die Anschaffungskosten gegen die Gasheizung. Deine Aufgabe ist es, die Gesamtrechnung aufzumachen – inklusive eingesparter Stromkosten und steigender Energiepreise.

Einsparungen: Vorher-Nachher-Vergleich

Vorher (Gas + Netzstrom):

  • Gaskosten: 1.800 €/Jahr
  • Stromkosten: 1.225 €/Jahr
  • Gesamt: 3.025 €/Jahr

Nachher (Wärmepumpe + Solar):

  • Reststrombezug: 755 €/Jahr
  • Wartung: 150 €/Jahr
  • Gesamt: 905 €/Jahr

Jährliche Ersparnis: 2.120 €

Diese Rechnung überzeugt Kunden. Sie zeigt nicht nur die Ersparnis, sondern auch die Planbarkeit: Die Kosten bleiben über 25 Jahre weitgehend konstant, während Gaspreise schwanken.

Wärmepumpe Solar Förderung 2026: Alle Programme im Überblick

BEG-Förderung für Wärmepumpen (bis zu 70%)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Wärmepumpen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Basissatz liegt bei 30%, kann aber auf bis zu 70% steigen:

  • Basis: 30% der Investitionskosten
  • Geschwindigkeitsbonus: +20% bei Austausch fossil betriebener Heizungen bis Ende 2028
  • Einkommensbonus: +30% für Haushalte mit Jahreseinkommen unter 40.000 €
  • Effizienzbonus: +5% für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel

Die Förderung ist gedeckelt bei maximal 30.000 € Investitionskosten. Bei 70% Förderung bedeutet das: maximal 21.000 € Zuschuss.

KfW-Programme für PV-Anlagen und Speicher

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite über das Programm 270 (Erneuerbare Energien – Standard). Tilgungszuschüsse wie früher gibt es nicht mehr, aber die Zinsen liegen 1-2 Prozentpunkte unter Marktniveau. Bei 20.000 € Kreditbedarf sparst du über 10 Jahre etwa 2.500 € Zinsen.

Wichtig: Die KfW-Förderung für PV lässt sich nicht mit BAFA-Zuschüssen für dieselbe Komponente kombinieren. Du kannst aber die Wärmepumpe über BAFA fördern lassen und die PV-Anlage per KfW-Kredit finanzieren.

Regionale Förderungen nach Bundesland

Einige Bundesländer legen eigene Programme auf:

  • Bayern: 10%-Zuschuss für PV-Speicher zusätzlich zur Bundesförderung
  • NRW: progres.nrw fördert Speicher mit bis zu 200 €/kWh
  • Berlin: Zuschuss von bis zu 15.000 € für Wärmepumpen in Altbauten
  • Baden-Württemberg: Ergänzende Speicherförderung von bis zu 1.500 €

Diese Programme ändern sich häufig. Prüfe vor jedem Angebot die aktuellen Konditionen auf den Länder-Websites oder über die Förderdatenbank des Bundes.

Förderkombination: Was ist gleichzeitig möglich?

Du darfst kombinieren:

  • BAFA-Zuschuss für Wärmepumpe + regionale Speicherförderung
  • KfW-Kredit für PV + BAFA-Zuschuss für Wärmepumpe
  • Mehrere regionale Programme (wenn die Länderprogramme das erlauben)

Du darfst nicht kombinieren:

  • BAFA + KfW-Zuschuss für dieselbe Komponente
  • Zwei Bundesprogramme für dieselbe Maßnahme

Die goldene Regel: Lass dir die Förderfähigkeit schriftlich bestätigen, bevor der Kunde unterschreibt. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt.

Antragstellung: Reihenfolge und häufige Fehler

Richtige Reihenfolge:

  1. Angebot erstellen (mit exakten Kosten und Spezifikationen)
  2. BAFA-Antrag für Wärmepumpe stellen (vor Vertragsunterzeichnung)
  3. Auf Zuwendungsbescheid warten
  4. Vertrag unterschreiben und mit der Installation beginnen
  5. Nach Fertigstellung Verwendungsnachweis einreichen

Häufigste Fehler:

  • Auftrag erteilt vor Antragstellung → Förderung verfällt komplett
  • Falsche Leistungsklasse angegeben → Nachbesserung verzögert Auszahlung
  • Rechnung ohne förderfähige Positionen → BAFA zahlt nur nachgewiesene Kosten
  • Frist für Verwendungsnachweis verpasst → Förderung wird zurückgefordert

Biete deinen Kunden an, den Förderantrag zu übernehmen. Das kostet dich 30 Minuten, erhöht aber die Abschlussquote deutlich.

Installation in der Praxis: Schritt-für-Schritt

Planungsphase: Checkliste für die Erstberatung

Bevor du ein Angebot schreibst, klär diese Punkte:

  • Heizlast des Gebäudes (vom Heizungsbauer oder Energieberater)
  • Dachausrichtung und verfügbare Fläche (min. 55 m² für 11 kWp)
  • Zustand der elektrischen Hausinstallation (Zählerplatz, Leitungsquerschnitte)
  • Aufstellort der Wärmepumpe (Außenaufstellung braucht Fundament)
  • Bestehende Heizungsanlage (Heizkörper oder Fußbodenheizung?)
  • Budget und Finanzierungswunsch des Kunden

Mit diesen Infos erstellst du ein Angebot, das beim ersten Anlauf passt. Nachverhandlungen wegen fehlender Technik kosten dich Zeit und Marge.

Koordination mit Heizungsbauer: Wer macht was?

Die Schnittstellen klar zu definieren verhindert Streit auf der Baustelle:

  • PV-Betrieb: Dachanlage, Wechselrichter, Speicher, Zählerplatz, Energiemanagement
  • Heizungsbauer: Wärmepumpe, Hydraulik, Warmwasserspeicher, Inbetriebnahme
  • Gemeinsam: Elektrischer Anschluss der Wärmepumpe, Verkabelung zum Energiemanagement

Setz ein gemeinsames Vor-Ort-Termin an, bevor die Installation startet. Das kostet einen halben Tag, erspart aber drei Tage Diskussion auf der Baustelle.

Elektrische Installation und Netzanschluss

Die Wärmepumpe braucht einen separaten Stromkreis mit 16-32 A Absicherung (je nach Leistung). Viele Altbauten haben Zählerschränke, die nicht genug Platz für Wechselrichter, Speicher und zusätzliche Sicherungen bieten. Dann wird’s teuer: Ein neuer Zählerschrank kostet 1.500-2.500 €.

Bei Anlagen über 10 kWp brauchst du eine Zustimmung des Netzbetreibers. Die Bearbeitung dauert 4-8 Wochen. Plane das ein und informiere den Kunden, dass sich der Installationstermin nach hinten verschiebt.

Smart-Home-Integration und Energiemanagement

Ein Energiemanagement-System (EMS) steuert den Energiefluss zwischen PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und Haushalt. Die meisten Wärmepumpen haben eine SG-Ready-Schnittstelle, über die das EMS die Heizzeiten verschiebt: Heizen, wenn die Sonne scheint, Pause wenn der Speicher leer ist.

Die besten Systeme lernen selbst: Sie erkennen nach wenigen Wochen, wann die Familie zu Hause ist, wann warmes Wasser gebraucht wird und wann die PV-Anlage überschüssigen Strom produziert. Das hebt die Eigenverbrauchsquote von 65% auf bis zu 80%.

Inbetriebnahme und Einweisung des Kunden

Nimm dir für die Übergabe mindestens 90 Minuten Zeit. Zeig dem Kunden:

  • Wie er Ertragsdaten und Verbrauch in der App abliest
  • Was die verschiedenen Betriebsmodi der Wärmepumpe bedeuten
  • Wann er manuell eingreifen sollte (nie, außer bei Störung)
  • Wie er die Heizzeiten bei Bedarf anpasst

Die meisten Reklamationen entstehen nicht durch defekte Technik, sondern weil der Kunde das System nicht versteht. Eine gründliche Einweisung spart dir Rückfragen und schlechte Bewertungen.

Kundenberatung: So verkaufst du die Kombi-Lösung

Die 5 häufigsten Einwände und wie du sie entkräftest

“Das ist mir zu teuer.” Verschieb die Diskussion von Anschaffungskosten auf Gesamtkosten. Zeig die 25-Jahres-Rechnung: Gas + Netzstrom kostet 75.000 €, Wärmepumpe + Solar nur 42.000 € inklusive Anschaffung.

“Gas ist günstiger.” Frag nach dem letzten Gaspreisschock 2022. Die wenigsten Hausbesitzer wollen sich wieder abhängig machen. Rechne mit steigenden CO₂-Preisen (2026: 55 €/t, 2030: 85 €/t) – das verteuert Gas jedes Jahr um 3-5%.

“Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht.” Das ist längst widerlegt. Moderne Wärmepumpen arbeiten mit Vorlauftemperaturen bis 65 °C und heizen auch Heizkörper-Häuser zuverlässig. Zeig Referenzen aus deinem Portfolio.

“Die Technik ist noch nicht ausgereift.” Wärmepumpen gibt es seit 40 Jahren, PV-Anlagen seit 50. Die Kombination ist erprobt. Nenn konkrete Garantiezeiten (10 Jahre Wechselrichter, 15 Jahre Speicher, 5 Jahre Wärmepumpe) – das schafft Vertrauen.

“Ich warte noch auf bessere Förderungen.” Die Förderung ist auf Rekordniveau. Der Geschwindigkeitsbonus läuft Ende 2028 aus. Wer wartet, zahlt 20% mehr aus eigener Tasche. Zeig dem Kunden die entgangene Ersparnis pro Wartejahr: ca. 2.000 €.

Visualisierung: Tools für überzeugende Angebote

Textwüsten überzeugen nicht. Nutze Grafiken, die den Energiefluss zeigen: PV-Anlage → Wechselrichter → Speicher → Wärmepumpe → Haus. Viele Hersteller bieten kostenlose Visualisierungs-Tools an (z. B. SolarEdge Design Tool, SMA Sunny Design).

Noch besser: Zeig dem Kunden seinen eigenen Energiefluss als Animation. Apps wie “PV*SOL” simulieren das System in Echtzeit und zeigen, wie viel Netzstrom er an einem typischen Januartag noch braucht. Das macht die Ersparnis greifbar.

Finanzierung als Verkaufsargument einsetzen

Viele Kunden können 20.000 € nicht sofort zahlen. Biete Finanzierungen über die KfW oder Hausbanken an. Bei 3,5% Zinsen und 10 Jahren Laufzeit kostet das 230 € pro Monat. Die Ersparnis liegt bei 175 € pro Monat – Differenz: 55 €.

Die Rechnung für den Kunden: “Du zahlst 55 € pro Monat mehr, aber nach 10 Jahren gehört die Anlage dir und du sparst 175 € pro Monat für die nächsten 15 Jahre.” Das sind über 25 Jahre 24.000 € Plus.

Häufige Fehler bei Wärmepumpe-Solar-Projekten

Zu kleine PV-Anlage dimensioniert

Der klassische Anfängerfehler: Du dimensionierst die Anlage nur für den Haushaltsstrom (3.500 kWh), vergisst aber die Wärmepumpe (4.000 kWh). Ergebnis: 7 kWp Anlage statt nötiger 10 kWp. Der Kunde kauft weiter Netzstrom für 1.400 € pro Jahr, obwohl auf dem Dach noch 25 m² Platz wären.

Faustregel: Immer den Gesamtstrombedarf als Basis nehmen, nicht nur den aktuellen Verbrauch. Sonst optimierst du für die Vergangenheit statt für die Zukunft.

Eigenverbrauch nicht optimiert

Eine 11-kWp-Anlage ohne Speicher und ohne Energiemanagement bringt nur 35% Eigenverbrauch. Mit 10-kWh-Speicher steigt das auf 65%, mit intelligentem Lastmanagement auf 75-80%. Die Differenz: 3.000 kWh mehr Eigenstrom pro Jahr = 1.050 € Ersparnis.

Viele Betriebe verkaufen Speicher als “nice to have”. Dabei ist der Speicher bei Wärmepumpen zwingend nötig, sonst verschenkst du die Hälfte der Wirtschaftlichkeit.

Förderanträge in falscher Reihenfolge gestellt

Kunde unterschreibt Vertrag → PV-Betrieb stellt Förderantrag → BAFA lehnt ab, weil “Maßnahme bereits begonnen”. Das kostet den Kunden 12.000 € Förderung. Und deinen Betrieb einen Rechtsstreit, weil du nicht aufgeklärt hast.

Die Lösung: Zuerst Förderantrag, dann Unterschrift. Auch wenn der Kunde drängt. Erkläre ihm, dass die Förderung sonst komplett wegfällt. Kein vernünftiger Mensch unterschreibt dann vorher.

Checkliste: Wärmepumpe + Solar erfolgreich umsetzen

Vor dem Angebot:

  • Heizlast des Gebäudes bekannt (vom Heizungsbauer oder Energieberater)
  • Dachfläche und Ausrichtung geprüft (min. 55 m² für 11 kWp)
  • Zählerplatz und Hausanschluss geprüft (ausreichend Platz für Technik?)
  • Gesamtstrombedarf berechnet (Haushalt + Wärmepumpe)
  • Speichergröße nach Faustformel dimensioniert (1 kWh/kWp)
  • Förderung recherchiert (BAFA + regionale Programme)

Angebot und Vertragsphase:

  • Wirtschaftlichkeitsrechnung über 25 Jahre erstellt
  • Förderantrag beim BAFA gestellt (vor Vertragsunterzeichnung!)
  • Zuwendungsbescheid erhalten
  • Vertrag unterschrieben
  • Netzanmeldung beim Netzbetreiber durchgeführt

Installation:

  • Gemeinsamer Vor-Ort-Termin mit Heizungsbauer vereinbart
  • Schnittstellen geklärt (wer macht was?)
  • Zählerschrank bei Bedarf erneuert
  • Energiemanagement-System installiert und konfiguriert
  • Wärmepumpe über SG-Ready eingebunden

Nach Fertigstellung:

  • Kunde mindestens 90 Minuten eingewiesen
  • Verwendungsnachweis beim BAFA eingereicht
  • Marktstammdatenregister-Eintrag erstellt (mehr dazu in unserem Leitfaden zur MaStR-Anmeldung)
  • Wartungsvertrag angeboten
  • Referenzfotos für Website und Akquise gemacht

FAQ: Wärmepumpe mit Solar kombinieren

Wie groß muss die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein? Rechne 1,3-fachen Jahresstrombedarf als Anlagengröße. Bei 4.000 kWh Wärmepumpe + 3.500 kWh Haushalt = 7.500 kWh

Jonas Putz

Jonas Putz

Gründer von WeKonvert. Elektroniker-Meister und Betriebswirt mit Erfahrung in erneuerbaren Energien. Hilft PV-Installationsbetrieben, planbar neue Kunden zu gewinnen.

Das könnte dich auch interessieren